Sibiu

Am Samstagmorgen ging es also endlich los, der Zug und ich standen abfahrbereit am Gleis in Altona. Ich hatte mir einen Platz im 6er-Abteil reserviert, was bis zum Hamburger Hauptbahnhof auch ganz angenehm war. Da stiegen 2 junge osteurpaeische Familien ein, was an sich natuerlich kein Problem ist, nur leider hatten diese 2 kleine Kinder dabei. Nach weniger als 15 Minuten bin ich aus Abteil gefluechtet. Sie hatten auch bis Budapest reserviert...

Der Zug war relativ leer und somit fand ich schnell einen neuen. Die Fahrt, vor allem durch Tschechien, hatte landschaftlich einiges zu bieten und verging deutlich schneller als gedacht. Der Alkoholkonsum nahm nach der Grenze spuerbar zu, Totalausfaelle gab es aber soweit keine.

In Budapest angekommen, sprangen jede Menge Rucksacktouristen aus dem Zug. Nun ab ins Hostel und dann gleich noch kurz an die Donau, welche passenderweise auch nur 5 Minuten entfernt war.

 

Am Sonntag bin dann, bei geschaetzten 50Grad und reellen 37 Grad, den ganzen Tag durch die Stadt flaniert und hab mir den Bauch vollgeschlagen.

 

Gegen 19Uhr musste ich dann schon wieder am Gleis stehen, der Nachtzug nach Rumaenien wartete. Ich hatte im voraus einiges ueber Zugfahren in Rumaenien gehoert, das erlebte uebertraf all das. Der Zug fuhr mit "nur" 20 Minuten Verspaetung ab und war ziemlich voll. Ich hatte mir ein Platz im Liegewagen reserviert, was sich als 4 Quadratmeter grosse 6er-Kabine herausstellte. Natuerlich war die Kabine voll. Als Highlight der Fahrt stellte sich der Schaffner heraus. Kurz Nach der Abfahrt hatte er bereits eine Alkoholfahne, als ich Ihn das naechste mal sah lallte er und als ich ins Bett ging sass er im Speisewagen und hatte ein volles Glas vor sich stehen. Passend dazu wurde im Speisewagen auch kraeftig geraucht. Nun also versuchen zu schlafen! Die Klimaanlage war defekt und somit mussten wir das Fenster geoeffnet lassen um nicht in Ohnmacht zu fallen. Einer der 5 anderen Kabinenbewohner hatte sich vor dem schlafen ordentlich Bier reingetan und war entsprechend am schnarchen. als ich langsam zur Ruhe kam, ging die Tuer auf und das Licht an. Passkontrolle! Noch auf der ungarischen Seite. Halbe Stunde spaeter das gleich auf rumaenischer Seite. Es war mittlerweile 1Uhr nachts und um 6Uhr sollte ich aussteigen. Ich versucht also ein wenig zu schlafen. Die Schienen und Zuege in Rumaenien sind in realtiv schlechten Zustand, entsprechend gab es tierisch laute Fahrgeraeusche...tiktik tiktik tiktik...so ungefaehr. Zumindest war es gleichmaessig, deswegen bin ich vielleicht auch eingeschlafen.

Ein Aufgabe des Schaffners ist es u.a., die Fahrgaeste vor ihrem Ausstieg zu wecken. Was jetzt kommt ist klar...er hat es natuerlich nicht gemacht. Als ich aufgestanden war und auf den Ausstieg wartete, kam er, deutlich gezeichnet, aus seiner Kabine gelaufen. Er meinte wir waeren noch 1 Stunde von der Station entfernt, 10 Minuten spaeter waren wir da.

 

Nun stand ich also am Montagmorgen um 6Uhr in der rumaenischen Kleinstadt Sighisoara, wo anbeglich Dracula geboren wurde. Wie dem auch sei...ich wanderte einen Huegel hinauf und stand in einer wunderschoenen Altstadt, wo ich mir ein Fruestueck goennte. Neben mir am Tisch sassen junde deutsche Schrifsteller, sie sprachen ueber ihr aktuelles Buch welches sie dort momentan schreiben. Ich verbrachte einen herrlichen Vormittag da und machte mich gegen Mittag wieder auf den Weg zum Bahnhof, da ich noch bis nach Sibiu wollte. Auf dem Weg dahin sah ich Pferdefuhrwerke und jede Menge Leute, bei dem Versuch zu trampen. Pferdefuhrwerke sind in Rumaenien noch oft zu sehen und fuer die arme Landbevoelkerung anscheinend essenziell. Die Spritpreise sind uebrigens aehnlich hoch wie in Deutschland, bei einem Durchschnittseinkommen von 300 Euro/Monat. Daher nutzen sicherlich auch viele Leute die Moeglichkeit zu trampen und teilen dann die Spritkosten.

 

Am Bahnhof angekommen versuchte ich ein Zugticket zu kaufen, leider war die Warteschlange extrem lang und die Abfahrt in Kuerze. Also versuchte ich das Ticket im Zug zu kaufen.

Der Schaffner sass schlafend in einem Abteil und wollte sicher nicht von mir geweckt werden. Also setzte ich mich und wartete ab. Irgendwann kam er und wollte mein Ticket kontrollieren und war nicht begeistert, als ich keins vorzuweisen hatte. Ich versuchte ihm zu erklaeren das ich ein Ticket kaufen wollte, er aber schlief (War im nachhinein vielleicht nicht so klug?). Nach etwas Diskussion bekam ich ein Ticket zum Normalpreis.

Die Zugfahrt wurde zwischendurch von auf den Gleisen stehenden Tieren unterbrochen, verlief sonst aber problemlos. Die Ankunft war 45 Minuten spaeter als geplant, was aber nichts besonderes ist.

 

Nun bin ich also schon in Sibiu und geniesse den Ausblick aus meinen Hostelzimmer.

 

Bis bald

Marco

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Kommentare: 2
  • #1

    jens (ich) (Freitag, 10 August 2012 08:20)

    hee, gute reise. schöner bericht übrigens.
    liebe grüße, jens

  • #2

    robin (Freitag, 10 August 2012 09:07)

    schön geschrieben und schicke bilder eckmond. viel spaß auf der weiteren reise.