Bukarest

Von Sibiu war ich restlos begeistert. Das Stadtzentrum besteht aus mehreren grossen Plaetzen, die von schoen restaurierten Haeusern umgeben sind. Nebendran findet man kleine Gassen, Wassertuerme und jede Menge nette Cafes. In einer dieser Gassen arbeitete eine Gruppe deutscher Zimmermaenner, solche die sich auf Wanderschaft befinden...mir faellt der genaue Name grad nicht ein...ihr wisst schon.
Nach einem Tag hat man aber eigentlich auch schon alles gesehen, natuerlich immer davon abhaengig ob man sich fuer Kirchen, Museen etc. interessiert. Da dies bei mir nicht unbedingt der Fall ist, beschloss ich mir fuer den naechsten Tag einen Mietwagen zu organisieren. Dieser sollte mich durch die Suedkarpaten in Richtung Bukarest bringen. Gesagt getan und somit sass ich am Mittwochmorgen in einem weissen VW Golf. Der Wagen war noch relativ neu, gab aber Geraeusche von sich die man von deutschen Autos nicht gewohnt ist. Sicherlich sind die rumaenischen Strassen der Grund dafuer.
Schnell liess ich Sibiu hinter mir und durchfuhr Doerfer, in denen das eigene Feld und das Pferdefuhrwerk noch den Lebensmittelpunkt darstellen. Der Gegensatz zwischen Dorf-und Stadtleben ist extrem, widerum aber auch typisch fuer Osteuropa.
Ein paar Worte zum Strassenverkehr muss ich auch noch loswerden. Da es kaum Autobahnen gibt, spielt sich alles auf unterschiedlich gut ausgebauten Landstrassen ab. Dies beeintraechtigt natuerlich jene Autofahrer, die neue Luxuswagen fahren und moeglichst schnell ihr Ziel erreichen wollen. Es fuehrt dazu, dass man bei jeder noch so kleinen Moeglichkeit ueberholt wird und mit entgegenkommenden ueberholenden rechnen muss. Dem ungeuebten Autofahrer treibt das sicherlich schnell Schweissperlen auf die Stirn. Eigentlich funktioniert es aber nach einem einfachen System...jeder faehrt etwas riskanter, rechnet aber auch mit selbigem. Dies erhoeht den Spassfaktor, sowie den Puls. :-)

Mit dem Wagen fuhr ich bis in die Stadt Pitesti und gab ihn da ab. Da es in dieser Gegend keine Hostels gibt, musste ich notgedrungen am selben Tag noch bis nach Bukarest. Ich musste mich beeilen um noch den letzten Zug zu erwischen, jedenfalls dachte ich das.
Wie sich nachher herausstellte, sollte diese Zugfahrt alle vorherigen uebertreffen.
Der Zug fuhr mit knackigen 40 Minuten Verspaetung ab, natuerlich ohne irgendeine Ansage. Die Frontscheibe der Lok hatte einen Riss ueber die komplette Breite und die Wagen bzw. Abteile waren mehr als dreckig. Die Toilette war nicht abschliessbar, es gab kein Klopapier, Seife etc. und man konnte durch das Klo direkt auf die Gleise schauen. Das Beste war jedoch, dass die Tueren nur teilweise schlossen und einige waehrend der Fahrt einfach aufblieben. Ich sah sogar einen Zug, bei dem der letzte Wagen hinten offen war und man quasi herausspringen konnte. Gehalten wurde an jedem noch so kleinen Ort, von wo die Fahrgaeste teilweise mit Pferdefuhrwerken abgeholt wurden.
Irgendwann erreichte der Zug dann doch noch Bukarest, letztentdlich mit 1 Stunde Verspaetung. Leider versagten meine Akkus an diesem Tag, daher habe ich nur wenige Bilder. Trotzdem eine tolle Erfahrung!
Von Bukarest gibt es wenig zu erzaehlen. Mir wurde vorher schon von der Stadt abgeraten aber mangels anderer Moeglichkeiten war ich nun einmal da. Das einzig "interessante" ist das riesige Parlamentsgebaeude, welches der ehemalige Diktator Chaucescu bauen liess. Es ist angeblich das zweitgroesste Gebaeude der Welt (nach dem Weissen Haus), fragt mich nicht nach welchen Kriterien gemessen.
Da ich nicht in der Stadt bleiben wollte, machte ich am Donnerstag einen Tagesausflug zu einem Schloss. Dorthin brachte mich ein puenktlicher Zug mit relativ neuen, sauberen und klimatisierten Wagen. So unterschiedlich kann Zugfahren also sein. Witzigerweise bezahlte ich fuer Hin-und Rueckfahrt total unterschiedliche Preise, obwohl ich den gleichen zug nahm.

Nun war es also Freitagmorgen und ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof, von wo ich den Zug nach Sofia nehmen wollte. Davon erzaehle ich beim naechsten mal.

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