Sofia

 

Endlich wieder Zug fahren! Dieses mal stand mir eine 9-stündige Fahrt bevor, beginnend in der rumänischen Hauptstadt Bukarest und endend in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Der Zug bestand aus nur 4 Wagons und startete mit der üblichen Verspätung von ca. 30 Minuten.

Die Fahrt führte stundenlang durch karge Landschaften und kleine Dörfer.

Ich konnte währenddessen die Seele baumeln lassen und mich mit anderen Reisenden unterhalten.

Der einzige längere Halt war an der rumänisch-bulgarischen Grenze, wo die Passkontrolle über eine Stunde dauerte. Nunja, wer mit diesem Zug reist hat keine Eile und kann diese Pause gut verkraften.

Nach der Grenze änderte sich wenig, bis auf den Zustand der Dörfer. Viele Häuser waren in desolatem Zustand, anscheinend jedoch bewohnt. Daneben oftmals riesige Industriebetriebe aus der kommunistischen Ära, keiner davon mehr in Betrieb. Ruine an Ruine.

Kaum zu glauben, dass ich mich immer noch in der EU befinde.

Irgendwann am späten Abend erreichte ich dann Sofia. Das Bahnhofsgebäude war riesig, hässlich und definitiv noch aus einem anderen Jahrtausend. Polizisten verboten mir sogar Bilder von dem Gebäude zu machen, ich hatte es aber bereits getan.

Dort wurde ich von dem zukünftigen Brautpaar abgeholt, woraufhin wir zum Flughafen fuhren um Heidi abzuholen.

Am Samstag schauten wir uns Sofia an. Wir sahen eine schöne Innenstadt mit vielen Cafes, Kneipen und alten Gebäuden. Schaut euch lieber die Bilder an, Städte beschreiben ist nicht so mein Ding.

Am Sonntag stand die Hochzeit an. Die Braut schlief, wie nach bulgarischer Sitte üblich, die Nacht vor der Hochzeit bei ihren Eltern und der Bräutigam (inkl. uns beiden) musste sie abholen. Bevor wir uns auf den Weg machten konnten wir uns aussuchen, ob wir mit Wodka oder Jack Daniels in den Tag starten. Na das kann ja heiter werden…

Bei den Eltern der Braut angekommen konnten wir aussuchen mit was wir weitermachen wollten, Wodka, Jack Daniels oder Wein. Dazu gab es tolle Snacks. Herrlich!

Danach ging es zum Standesamt. Dort versammelte sich bereits die gesamte Hochzeitsgesellschaft, also ca. 100 Personen. Als die Zeremonie vorbei war, fuhren alle zu einer ziemlich noblen Golf & SPA-Anlage irgendwo außerhalb von Sofia. Unsereins hätte sich das sicherlich nicht leisten können und vielleicht auch nicht wollen. Miri & Dani (das Brautpaar) sind, im Vergleich zu vielen ihrer Landsleute, relativ wohlhabend und somit war das wohl kein Problem. Gut für uns, denn vor Ort ging es sofort weiter mit Wein und Snacks. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir eigentlich auch mit Essen und jeder Menge netten Gesprächen. Am Abend wurde aus der Feier noch eine richtig gute Party. Freunde von Miri & Dani legten Musik auf und so wurde bis tief in die Nacht getanzt. Außerdem gab es, zu meiner großen Freude, einen Kicker. Somit war es toller Abend!

 

Am nächsten Tag schlenderten wir, nachdem wir wieder nüchtern waren, noch ein wenig durch Sofia und am darauffolgenden Tag verließen wir die Stadt mit einem Mietwagen gen Osten.

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