Roadtrip Teil II

Und hier kommt die Fortsetzung:

 

Nach den tollen Strandunternehmungen bei Denmark ging es weiter zum eigentlichen Straende-Mekka: Esperance. Auf dem Weg dahin machten wir nochmal Halt an einem schoenen Nationalpark-Campingplatz (Quagi Beach). Als wir am naechsten Tag in Esperance ankamen, ging es erstmal ins Visitor-Centre. Dort konnten wir kostenlos unsere Handys, Fotoakkus und den Laptop aufladen. Hier hatten wir nach Laengerem auch mal wieder Empfang und so konnten wir Mails lesen und mit den Lieben zuhause telefonieren. Dann folgte noch ein ausgiebiger Einkauf. Wir hielten uns nicht lange in Esperance auf, weil wir lieber so frueh wie moeglich am Campingplatz bei Lucky Bay ankommen wollten, der uns von einem hollaendisch-australischen-Rentnerpaerchen ans Herz gelegt worden war. Wir kamen rechtzeitig an und konnten uns einen Platz fuer die naechsten zwei Naechte sichern. Fuer mich (Heidi) war dieser Platz das absolute Highlight des Trips. Der Campingplatz lag auf einem Berg von dem aus man die herrliche Bucht sehen konnte. Wir parkten den Pajero so, dass wir morgens nur den Kofferraum aufmachen mussten und dann den direkten Blick aufs Wasser geniessen konnten. Das Wasser war tuerkisfarben und kristallklar und der Sand war der Wahnsinn. Abgesehen vom Whitehaven Beach auf den Whitsunday Islands (Ostkueste Australiens) damals, hab ich noch nie so einen Sand gesehen und unter meinen Fuessen gefuehlt. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich will es dennoch versuchen. Der Sand ist weiss und ganz ganz fein. Auf Englisch heisst dieser Sand "silica sand", uebersetzt wird silica mit Quartz oder Kieselerde. Am Strand von Lucky Bay war der Sand ganz fest und kuehl und wenn man eine Weile am gleichen Ort stehengeblieben ist, ist man etwas in die Sand-Wasser-Mischung eingesunken. Und wenn man gelaufen ist, hat es unter den Fuessen gequietscht. Das hat ganz schoen Spass gemacht! Ok, jetzt aber genug erzaehlt von dem Sand, das muss man einfach selbst mal sehen und spueren (und hoeren).

Was abgesehen von dem tuerkisfarbenen Wasser und dem weissen Sand noch einmalig toll war an Lucky Bay waren die Kaengurus. Die waren da ganz zahm und zutraulich. Eine Gruppe Kaengurus lebt da am Strand und Campingplatz und die sind an die Menschen da gewoehnt. Sie kommen ganz nah her und sind manchmal schon fast ein bisschen zu zutraulich. Marco und ich haben am ersten Abend den Muellbeutel nicht in die Container geworfen, sondern nur am Dachtraeger vom Auto festgeknotet. Und als wir grad eingeschlafen waren... nun, ihr koennt euch sicher denken, was da passiert ist. Wir wurden von einem Kratzen und Klopfen am Auto geweckt und das Auto hat leicht geschaukelt. Im ersten Moment sind wir echt ganz schoen erschrocken, aber dann war uns schnell klar, was los war. Als wir den Vorhang zurueckzogen und mit der Taschenlampe zum Fenster rausleuchteten, blickten wir direkt in 2 grosse Kaenguruaugen. Marco ist dann todesmutig aufgestanden und hat den Muellbeutel entsorgt. Das suesseste Kaenguruerlebnis hatten wir am zweiten Tag am Strand. Da war eine kleine Kaengurufamilie unterwegs: Papa, Mama und Baby. Und das Bakykaenguru hat aus dem Beutel seiner Mama rausgeguckt. Und als sich die Kaegurumama runtergebeugt hat, um Gras zu fressen, hat das Kaengurubaby sich auch aus dem Beutel rausgebeugt und mitgefressen. Schon sehr suess. Das Ganze haben wir vom Auto aus gesehen, weil wir mal wieder mit dem Pajero an den Strand gefahren sind. Leider war das Wetter mittlerweile ziemlich schlecht geworden. Es war recht frisch und windig. Der Himmel war durchgehend bewoelkt und grau. Kein so tolles Strandwetter leider. Aber weil der Strand gar so einmalig schoen war, war mir das egal und so hab ich kurz entschlossen den Bikini angezogen und mich auf den Weg ins Wasser gemacht. Marco ist (mutig wie er ja ist) mitgekommen. Wir sind losgerannt und haben uns in die Wellen gestuerzt. Das Lustige war, dass es sich im Wasser waermer angefuehlt hat, als an der Luft. Trotzdem sind wir nicht so lange drin geblieben und beim Rauskommen haben wir uns ueber die Handtuecher gefreut, die uns Marcos Mama bereitgehalten hat.

Im Laufe des Tages ist das Wetter immer noch schlechter geworden und am Abend hat es dann auch zu nieseln begonnen. Wir mussten zum Abendessen einen Unterstellplatz aufsuchen, das war dann weniger gemuetlich. Auch am naechsten Tag war es weiterhin bewoelkt und wir haben einfach einen Ausruhtag eingelegt. Ich hab mit unserem Nachbarn Jens Ukulele-Erfahrungen ausgetauscht und wir haben mal wieder gekniffelt. Marcos Eltern haben eine Wanderung durch den Nationalpark gemacht. Bloedes Timing, dass an diesem tollen Strand so schlechtes Wetter war, aber wir waren ja trotzdem schwimmen. Und zum Glueck war es die meiste Zeit trocken.

Am Sonntag regnete es sich dann allerdings so langsam aber sicher ein und wir fuhren zurueck nach Esperance, wo wir noch den Tourist Drive entlangfuhren (eine Strasse, die direkt an der Kueste entlangfuehrt, ein Strand schoener als der andere). Wir genossen den Ausblick, aber meist nur vom Auto aus. Dann hiess es Abschied nehmen vom Meer. Zumindest vorerst. Wir hatten eine weite Strecke vor uns, es ging nun ein gutes Stueck Richtung Norden nach Coolgardie. Die Fahrt dorthin war weniger spektakulaer. Es gab kaum Ortschaften und nur ganz selten kam uns mal ein Auto entgegen. Fast haette ich da eine Wette gewonnen. Wir hatten naemlich gewettet, wie viele Autos uns wohl innerhalb 1 Stunde entgegenkommen wuerden. Marcos Eltern waren mit 4 und 5 schnell ausgeschieden, und ich schien die Wetter zu gewinnen. Ich hatte 12 getippt, Marco 13. Doch 20 Sekunden bevor die Zeit ablief, kam uns dann doch das 13te Auto entgegen. Knapp, knapp...

Je naeher wir den Minenstaedten Coolgardie und Kalgoorlie kamen, desto groesser wurde die Freude bei Marco. Warum? Weil immer mehr LKWs unterwegs waren. Und deswegen soll Marco jetzt mal uebernehmen und euch von Coolgardie und Kalgoorlie erzaehlen ;)

 

Geht klar!

 

Manchmal bin ich halt leicht zu begeistern. Aber da sind die Lkw's mehr als 30 Meter lang, ist das nicht verrueckt? Weiter ausfuehren tue ich das jetzt mal nicht, ihr koennt ja nachfragen falls ihr dazu Fragen habt.

 

Immernoch total begeistert, aufgrund der gewonnenen Wette, lenkte ich das Auto in Richtung Coolgardie. Das Wetter meinte es nicht gut mit uns, es regnete eigentlich ununterbrochen. Daher entschlossen wir uns in dieser Nacht einen Campingplatz mit Bungalows aufzusuchen.

Der erste Campingplatz war ziemlich heruntergekommen aber mit dem zweiten hatten wir Glueck und bekamen einen Bungalow mit 4 Betten. Der Besitzer war anscheinend total dement, denn als ich ihn 1 Stunde nach dem Einchecken wieder aufsuchte, hatte er vergessen wer ich bin, in welchem Bungalow wir sind, wie lange wir bleiben, etc.

Die Stadt an sich war auch total strange. Die Gegend um Coolgardie und Kalgoorlie hat vor weit ueber 100 Jahren einen Goldrausch erlebt und wurde nur deswegen aus dem Boden gestampft.

In Kalgoorlie gibt es immernoch riesige Minen und Wohlstand aber in Coolgardie ist davon nichts mehr zu spueren. Durch die Stadt fuehrt eine unglaublich breite Strasse, auf der aber fast kein Verkehr herscht. Der groesste Teil der Bevoelkerung ist anscheinend schon vor laengerer Zeit "gefluechtet" und hat einfach alles zurueckgelassen. Wir sind an Geschaeften vorbeigelaufen, die noch komplett eingerichtet waren, aber in denen (aufgrund der Staub-und Dreckschicht) offensichtlich schon lang kein Leben mehr ist. Passend dazu wird Coolgardie auch "Ghost town" genannt.

 

Am Sonntagabend waren wir also in Coolgardie angekommen und blieben bis Dienstagmorgen. Den Montag verbrachten wir in Kalgoorlie. Dort gab es einiges zu sehen. Zuerst fuhren wir zum "Royal Flying Doctor Service of Australia". Diese Organisation fliegt Doktoren in abgelegene Gebiete im Outback zur Versorgung der dort lebenden Menschen. Tolle und wichtige Sache. Und im Besucherraum gab es viel zu erfahren ueber die Idee, Entstehung und Entwicklung der Fliegenden Aerzte. Sehr interessant!

Danach wollten wir uns eigentlich einen riesige Goldmine anschauen, kamen aber vorher an einem Besuchercenter vorbei. Dort konnte man sich die riesigen Maschinen gleich mal aus der Naehe anschauen. Ausserdem konnte man, sehr touristenfreundlich, selbst Gold schuerfen oder es zumindest versuchen. Heidi war mit grosser Freude dabei und sich sicher, Gold gefunden zu haben. Wir liessen sie in dem Glauben, denn das war unsere einzige Moeglichkeit, sie von da ueberhaupt wieder wegzubekommen :-)

 

(Kurzer Zwischenkommentar von Heidi: Ich bin mir nach wie vor sicher, dass es Gold ist, was ich da gefunden hab. Und alle Skeptiker bekommen spaeter mal nichts von meinem Reichtum ab. So!)

 

Nun schauten wir uns noch die Goldmine von der Besucherplattform an. Die riesigen Maschinen waren nun auf einmal auf Modellbaugroesse geschrumpft.

Voller toller Eindruecke fuhren wir zurueck in unsere Unterkunft nach Coolgardie.

 

Am Dienstagmorgen traten wir die Rueckreise nach Perth an. Das Wetter hatte sich waehrenddessen total gewandelt. Am Sonntag war es noch kalt und es regnete, nun war keine Wolke mehr zu sehen und das Thermometer kletterte auf 42 Grad! Wir stoppten unterwegs kurz zum Einkaufen und mussten die Weiterreise schneller antreten als uns lieb war, da wie aus dem Nichts ein heftiges Unwetter aufzog. Wir entkamen unbeschadet.

Am Abend waren wir kurz vor Perth angekommen und uebernachteten noch ein letztes Mal auf einem Campingplatz. Mittwoch fuhren wir dann die letzten Kilometer nach Fremantle bzw. Cottesloe zu Meaghan.

Bei Ihr arbeiten wir beide gelegentlich und da sie fuer eine Woche in den Urlaub wollte, fragte sie uns schon vor ein paar Wochen, ob wir waehrend der Zeit auf ihr Haus "aufpassen" wollen. Nun war es also so weit und wir bekamen eine Einweisung in Alarmanlage, Katzenbetreuung, Gartenpflege etc.

Meine Eltern konnten praktischerweise auch gleich da uebernachten. Am naechsten Morgen mussten wir um 3Uhr aufstehen um meine Eltern zum Flughafen zu bringen. Dass wir zu spaet am Flughafen ankamen erwaehne ich jetzt nur am Rande, ist ja nochmal gutgegangen...

 

Anbei noch ein Karte von unserer gesamten Strecke, bitte dazu > hier < klicken.

 

Damit geht die Geschichte zu Ende.

Schee wars!

 

Nun sind wir wieder zurueck im Hostel in Freo und schon wieder fleissig am Arbeiten und am Sparen fuer den naechsten Trip, der dann Anfang Maerz ansteht. Bis dahin gibts sicher wieder erstmal wenig Spannendes zu erzaehlen, also koennte es mit dem naechsten Eintrag wieder etwas laenger dauern.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Nina (Montag, 04 Februar 2013 19:44)

    Ui, das schaut alles sehr spannend aus! Und der türkise Bikini eignet sich gut zur Tarnung in der makellosen Brandung!

  • #2

    Martin (Freitag, 08 Februar 2013 18:53)

    Hey ihr zwei,sehr schöne Bilder mal wieder, gefällt mir. Wäre schön euch vor dem nächsten Trip nochmal zu skypen. Frohes schaffen noch ;-)