Hue & Hoi An

 

So, heute bin mal wieder ich (Heidi) an der Reihe.

 

Marco ist gerade mit dem Roller unterwegs, da nutze ich die Zeit, um mal wieder ein paar Zeilen aufzuschreiben.

 

Nachdem wir (unfreiwilligerweise) mehr als eine Woche in Hanoi verbracht hatten (die letzten beiden Tage dort waren wir dank nicht naeher erwaehnenswerter Magenprobleme ziemlich ausgeknockt), ging es vergangenen Samstag per Nachtzug dann weiter nach Hué. Die Fahrt war besser als erwartet. Um 23.oo Uhr ging es im heissen, lauten, chaotischen Hanoi los. Wir teilten uns eine recht geraeumige 4Bett-Kabine mit einem belgischen Backpacker-Paerchen und haben uns noch eine ganze Weile sehr gut mit den beiden ueber unsere bisherigen Vietnam-Eindruecke und -Erfahrungen unterhalten. In den relativ grossen "Betten" konnten wir gut schlafen, nur manchmal wurden wir durch heftiges Ruckeln aufgeweckt. Als wir am Morgen aus dem Fenster sahen, hatten wir einen wunderbaren Ausblick: alles war gruen. Palmen, Reisfelder, kleine Waelder... herrlich im Vergleich zur Grossstadt Hanoi. Zwischendrin fuhren wir immer wieder durch kleine Doerfer. Gegen Mittag kamen wir in Hué an und waren begeistert: So wenig Verkehr!!! Es waren immer noch viele Roller unterwegs, aber das alles war nichts verglichen mit Hanoi. Hier konnten wir angstfrei die Strasse ueberqueren. Der Taxifahrer sprach verblueffend gut Englisch und Marco, mittlerweile wieder fit im Handeln, hat einen fairen Preis fuer uns klargemacht. Im Hotel wurden wir sehr nett begruesst: Erstmal gabs ein kuehles Handtuch zur Erfrischung, frisches Obst und frischgepressten Mangosaft. Ueberhaupt war das Jade Hotel in Hué das bisher tollste Hotel, in dem wir waren. Am Nachmittag sind wir in die Stadt und haben uns die Zitadelle angesehen. Hué war die fruehere Hauptstadt Vietnams und die Zitadelle war die "Kaiserstadt", ein riesiges Gelaende voller symmetrisch angelegter Gaerten und Gebaeude. Da es extrem heiss war, haben wir dorthin zum ersten Mal ein Cyclo als Transport genutzt. Der arme Fahrer tat mir zwar sehr leid, aber nachdem wir im Laufe der Tage auch Fahrer gesehen haben, die bis zu 5koepfige Familien in ihren Fahrradwaegelchen vor sich hergefahren haben, bin ich der Meinung dass es schon ok war. Auf jeden Fall ein lustiges Erlebnis, auf diese Art durch dir Strassen chauffiert zu werden. Da es uns in Hué so gut gefiel, haben wir unseren Aufenthalt etwas verlaengert. Am zweiten Tag haben wir hauptsaechlich relaxt. Auf dem Weg zur Bank (es war mal wieder ein Geldwechsel noetig) haben wir einen Amerikaner wieder getroffen, den wir schon in der Halong Bucht kennengelernt hatten. Da die Bank ueber Mittag geschlossen war, haben wir uns in Ninas Café ein paar leckere Erfrischungsdrinks gegoennt. War ein nettes Wiedersehen und vielleicht auch nicht das letzte (hier in Vietnam haben eigentlich alle die gleiche Route: entweder von Hanoi nach Saigon oder von Saigon nach Hanoi). Nachdem wir wieder Millionaere waren, gingen wir zum Friseur. Da wir seit gut 8 Monaten nicht mehr beim Friseur waren, wurde es nun langsam aber sicher hoechste Zeit. Und der Friseurbesuch war ein wirkliches Erlebnis!!! Fuer ca. 15Euro zusammen haben wir beide einen super neuen Haarschnitt bekommen, eine ausgiebige Haarwaesche und v.a. (und das war das Allerbeste) eine ca. 30minuetige Gesichtsmassage. Dazu angenehme Entspannungsmusik. Einfach herrlich. Das werden wir auf jeden Fall nochmal machen, also so eine Massage. Das Haareschneiden selbst war auch eine ganz interessante Erfahrung, am Ende standen um mich manchmal alle Mitarbeiter des Friseursalons herum und glaetteten mir abwechselnd von allen Seiten meine Haare und begutachteten interessiert, was da so vor sich ging. Ich kam mir ein bisschen wie ein Versuchskaninchen vor, aber es war ganz lustig und das Endergebnis ist auch gut :)

Am naechsten Tag haben wir uns einen Roller ausgeliehen und sind aus Hué rausgefahren und einfach ein bisschen quer durch die schoene Landschaft. Wir waren u.a. beim Grab bzw. Mausoleum von Khai Dinh. Dieser war von 1915 bis 1925 Kaiser. Von 1920 bis 1931 wurde das riesige Mausoleum fuer ihn errichtet (finanziert durch eine 30%ige Steuererhoehung, da werden sich die Buerger damals gefreut haben). Fuer uns war es auf jeden Fall ein sehr beeindruckendes Gelaende, und das Ganze mitten im Dschungel. Schon Wahnsinn,welch ein Riesenaufwand da fuer einen einzigen Menschen betrieben wurde (seht selbst auf den Fotos).

Nach einem leckeren Mittagessen in einem Restaurant mitten im Nirgendwo ging die Fahrt weiter an den Strand. Der stellte sich leider als nicht so schoen heraus (was vielleicht aber auch am Wetter lag, wolkig und windig). Ausserdem sind wir halt von den Straenden an der Australischen Westkueste auch sehr verwoehnt, da kommt so schnell erstmal nichts ran. Aber die Fahrt dorthin hat sich auf jeden Fall gelohnt, durch die Vororte Hués, vorbei an Tempeln, Friedhoefen, Obstmaerkten, Gefluegelmaerkten und vielem mehr. Wunderbare Eindruecke.

Per Zug ging es am naechsten Tag weiter gen Sueden. Die Strecke zwischen Hué und Da Nang war wunderschoen. Es ging die meiste Zeit direkt an Straenden und Klippen vorbei, auf der einen Seite immer Dschungel, auf der anderen Seite das Meer. Keine Ahnung, wie die Vietnamesen diese Zugstrecke bauen konnten so mitten im bergigen Dschungel, aber wir waren sehr froh, dass sie es getan haben. Von Da Nang ging es dann per Taxi hier her, naemlich nach Hoi An, unserem bisherigen Lieblingsort in Vietnam. Es ist eine wunderschoene Altstadt mit lauter kleinen alten Haeusern, verwinkelten Gassen und unzaehligen kleinen Laeden und Restaurants. Am schoensten ist es, Abends durch die Altstadt zu schlendern, da ist naemlich alles voller bunter Lampions und Laternen, aus Lautsprechern kommt klassische Musik, auf dem Fluss treiben lauter kleine Papier-Seerosen mit einer Kerzen in der Mitte, ueber den Fluss geht eine wunderschoen beleuchtete kleine Bruecke... Das muss man schon gesehen haben, wenn man mal hier ist. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass Hoi An total mit Touristen ueberlaufen ist. Das wollen die Leute hier natuerlich nutzen und sind so andauernd darauf bedacht, einen in ihren Laden oder ihr Restaurant zu locken. Dabei sind sie hier so aufdringlich, wie an keinem anderen Ort bisher in Vietnam. Aus dem Laden heraus, teilweise von der anderen Strassenseite herueber, rufen sieeinem laut "Hello! Come in! Buy something!" zu. Ist natuerlich verstaendlich alles, aber auf Dauer echt ganz schoen nervig. Mittlerweile sind wir schon vom dankenden Ablehnen zum Ignorieren oder bestimmten Nein-Sagen gewechselt, weil sie anders einfach nicht locker lassen. Das ist schon schade und irgendwie ein bitterer Beigeschmack in diesem ansonsten so malerischen Ort. In so manche Laeden und Restaurants haben wir uns aber durchaus locken lassen. Wir haben schon einige huebsche Souvenirs geshoppt und lecker gegessen sowieso (immer kann man ja nicht "Nein" sagen). Jetzt wo ich auch endlich weiss, was das Gewuerz in fast allen vietnamesischen Gerichten ist, das ich nicht mag (Koriander) und mir von unserem Hotelmanager "Ich mag keinen Koriander, bitte geben Sie keinen Koriander in mein Essen" oder so aehnlich aufschreiben hab lassen, zeig ich den Zettel jedes Mal brav vor und bin nun superhappy, immer korianderfrei schlemmen zu koennen. Muss ich mir auf jeden Fall auch fuer Kambodscha und Thailand aufschreiben lassen, wenn wir da sind ;)

Heute gabs mal wieder einen Rollerausflug an den Strand. Der war hier auch richtig schoen und wir haben seit Langem mal wieder am Strand gelegen und relaxt und gelesen und frischen Kokossaft aus Kokosnuessen geschluerft undundund.

Ihr seht, wir lassen es uns hier so richtig gut gehen. Morgen geht es weiter nach Nha Trang, einem weiteren Ort direkt am Meer. Diesmal waren wir aber leider zu spaet dran und es gab keine Zugtickets mehr (ausser "Hardseat", und das wollten wir uns ueber Nacht nicht unbedingt antun). So mussten wir diesmal den Nachtbus als Option waehlen, wovon uns bisher eigentlich immer abgeraten wurde. Aber irgendwie muessen wir ja weiter kommen. Mal sehen, wie die 12stuendige Busfahrt so wird (es sind uebrigens nicht mal 500km bis nach Nha Trang, aber meistens wird nur so 40km/h gefahren). Davon koennen wir euch ja dann beim nachsten Mal berichten.

 

Bis dahin schicken wir euch liebe Gruesse!

 

Heidi + Marco

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Dani (Dienstag, 18 Juni 2013 14:33)

    Tolle Fotos, da bekommt man einen echt schönen Eindruck von Vietnam und möchte sofort auch da hin!
    Aber zumindest haben wir grad in Dtl. tropische Temperaturen von über 30 Grad!

  • #2

    Hermine (Sonntag, 23 Juni 2013 18:39)

    Hallo Heidi & Marco, tolle Bilder und Eindrücke von eurer Weltreise! Weiterhin alles Gute und kommt gesund wieder. Auf ein baldiges Wiedersehen freut sich die Oma.

  • #3

    Martin (Montag, 24 Juni 2013 19:24)

    Hey dude, Massagen in Vietnam. Ich wünsche euch mehr Glück als wir damals in Varkala hatten(mich schüttelts gleich) :-). Ach ja Bild 30, bist du von dem bissel Reis satt geworden,lol...... Have fun and enjoy!

  • #4

    Marco (Dienstag, 25 Juni 2013 17:04)

    Ohja, von der Massage in Indien bin ich auch immernoch traumatisiert. Naja, zumindest kanns nicht mehr schlimmer werden. :-)
    Der Reis hat uebrigens grad so gereicht, haette schon bischen mehr sein koennen.
    Essen inkl. Getraenke kostete uebrigens 4,-Euro, kann man machen...

    bis bald

  • #5

    Martin (Freitag, 28 Juni 2013 10:55)

    mist, mein Fernweh steigt mir etwas zu Kopf;-)