Nha Trang & Ho Chi Minh City

 

Uns stand also eine 12-stuendige Nachtbusfahrt von Hoi An nach Nha Trang bevor. Diese Busse sind so konzipiert, dass 40 Personen auf 2 Stockwerken darin Platz finden. Man liegt mit dem Kopf etwas erhoeht, damit der Hintermann seine Fuesse unter den Kopf des Vordermanns stecken kann. Heidi hatte leider einen der schlechteren Plaetze erwischt. Wenn sie sich nach links drehte, schaute sie einem ihr fremden Mann, der nur wenige Zentimeter entfernt lag, direkt in die Augen. Auf dem Bauch schlafen war auch nicht moeglich, was mir zum Verhaengnis wurde. Da die Strassen meist in recht schlechtem Zustand sind und teilweise serpentinenartig verlaufen, war an Schlaf kaum zu denken. Irgendwann gelang es mir aber doch.

Ploetzlich wurde ich von Heidi geweckt, sie war wiederum vom Busfahrer geweckt worden, da wir angekommen waren und bereits alle anderen Fahrgaeste den Bus verlassen hatten. Letztendlich haben wir also doch tief und fest geschlafen.

Reichlich erschoepft liessen wir uns zum Hotel fahren.

Nha Trang liegt direkt am Meer und hat einen kilometerlangen Strand, weswegen auch die vielen Touristen in die Stadt stroemen. Auf der anderen Seite der Stadt erhebt sich eine hohe Bergkette, die wir jeden Morgen beim Fruehstuecken sahen. Ansonsten besteht die Stadt aber aus vielen Betonklotzen und ist weder typisch vietnamesisch, noch schoen.

Als Westeuropaer waren wir in der Stadt eher eine Minderheit. Zu unserem Erstaunen sahen wir ueberall russische Pauschaltouristen. Es gab russische Reklamen, Speisekarten, Hotels usw.

Eine der Attraktionen rund um Nha Trang ist ein Vergnuegungspark namens Vinpearl, der auf einer 3km entfernten Insel liegt. Dorthin gelangt man mit einer Seilbahn, also nix fuer mich als anerkannter Seilbahnhasser. Wir wollten aber trotzdem hin und mir wurde versprochen, dass ich auch mit einer Faehre fahren koenne.

Am naechsten Morgen standen wir also an der Seilbahn/Faehrstation. Heidi stieg in die Seilbahn und ich ging in Richtung Faehre. Wie sollte es anders sein...es fuhr natuerlich keine Faehre. Heidi schwebte bereits in den Lueften und ich schaute ihr hinterher. Da wir keine Handys haben, konnte ich ihr nicht bescheid sagen. Letztendlich musste ich mir ein Schnellboot mit Fahrer mieten, das mich in Hoechstgeschwindigkeit auf die Insel brachte und mehr kostete als der Eintrittspreis. Ich sollte vielleicht mal etwas gegen meine Hoehenangst tun...

Der Vergnuegungspark bestand u.a. aus einem  Aquarium, in dem jedoch viel zu grosse und viel zu viele Fische auf viel zu kleinem Raum schwammen. Ausserdem noch ein Becken mit Schildkroeten. Da das Becken nach oben offen war, sahen sich viele Touristen dazu verpflichtet, die Schildkroeten anzufassen oder sogar Bilder davon mit ihren Smartphones zu schiessen.

Es gab aber auch jede Menge tolle, steile, rasante Wasserrutschen, die letztendlich unseren Tag retteten.

Am zweiten Tag mieteten wir einen Motorroller und schauten uns die lokalen Sehenswuerdigkeiten an, u.a. einen Tempel und eine Pagoda.

Fuer den Abend hatten wir uns bereits Zugtickets fuer den Nachtzug nach Ho Chi Minh City reserviert.

 

Die meisten Leute, die wir waehrend der bisherigen Reise trafen, waren von Ho Chi Minh City wenig angetan und blieben nur kurz in der Stadt.

Uns widerum hat es sehr gut gefallen. Der Baustil wurde von der franzoesischen Kolonialmacht beeinflusst, was sich an gross angelegten Parks und entsprechenden Haeusern zeigt. Die Strassen sind meist recht breit, wodurch wir leichter durch den chaotischen Verkehr kamen. Dazwischen gibt es viele kleine Gassen, in denen ganze Familien in einem Raum leben und an ihrer Eingangstuer Dinge des taeglichen Bedarfs verkaufen. 

In Ho Chi Minh City, wo der Vietnamkrieg mit dem Einmarsch der Vietcong entschieden wurde, gibt es natuerlich ein entsprechendes Museum.

Kurz zur Geschichte: Ho Chi Minh City hiess frueher Saigon und wurde, nachdem der kommunistische Norden den Krieg gewonnen hatte, nach Ihrem ehemaligen Praesidenten Ho Chi Minh benannt. Dieser starb bereits 1969. Hoffentlich habe ich mir alles richtig gemerkt und schreibe hier keinen Mist :-)

Das Museum haben wir uns natuerlich angeschaut und es ging ziemlich unter die Haut. Es war eigentlich eher eine Fotoausstellung, die den Schrecken des Krieges zeigt, ohne jedoch viele Hintergruende zu nennen.

Ein weiterer Punkt auf unserer to-do-Liste war der Besuch des Postamtes. Allein das Gebaeude ist schon den Besuch wert, was jedoch nicht der einzige Grund fuer uns war. Wir hatten mittlerweile einfach zu viele Souvenirs, Klamotten etc. gekauft, sodass wir ein weiteres Paket nach Deutschland schicken wollten. Dies klappte auch wunderbar. Die Postmitarbeiter packen alles fuer einen ein und umwickeln am Ende das komplette Paket mit Klebeband.

Nach zweieinhalb Tagen verliessen wir Ho Chi Minh City per Bus in Richtung Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha.  

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    jens (ich) (Montag, 01 Juli 2013 02:48)

    schöne bilder. und wenn ich von der busfahrt lese, so mit dem kopf auf den füßen eines anderen .... ist scheinbar das beste narkosemittel :-D.

    in vietnam reden da eigentlich nicht mehr so viele französisch? ich dachte, dies wäre dort fremdsprache nummer eins.

    schöne berichte allemal.

    jens