Bangkok & Chiang Mai

Hier kommt der finale Blogeintrag unseres 9monatigen Abenteuers.

 

Nach einer superschönen Zeit in Kambodscha ging es per Bus nach Thailand, genauer gesagt nach Bangkok. Unsere Reisepässe wurden wieder um 1 Stempel und Visum reicher. Bangkok war für uns zunächst jedoch nur ein Zwischenstopp. Wir waren ein bisschen in der Stadt und in ein paar der unzähligen Shoppincentern unterwegs. Darunter auch das beruehmte MBK, wo man auch locker einen ganzen Tag verbringen koennte.

Nach 2 Tagen ging es dann schon weiter in den Norden. Da wir in den letzten Wochen sehr viel Zeit in Bussen und Zuegen verbracht haben, goennten wir uns nun den Luxus eines Inlandsfluges. Dieser war kurz und, da wir durch mehrere Gewitterwolken geflogen sind, sehr turbulent. Sind aber heil angekommen.

Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands. Im Stadtzentrum gibt es einen kleinen gemütlichen Altstadtkern, von einer Mauer und einem Fluss umgeben. Die Gegend um Chiang Mai ist perfekt für eine Vielzahl an Unternehmungen und so hieß es für uns erstmal unsere nächsten Tage zu planen. Weil unsere Interessen dabei etwas auseinander gingen, verbrachten wir hier auch mal 2 Tage getrennt voneinander. Dazu aber gleich mehr. Am ersten Tag haben wir uns nach der großen Freizeitplanung noch einen Roller ausgeliehen und sind an einen Ort gefahren, wo die typischen bunten Schirmchen hergestellt und bemalt werden. Man konnte die verschiedenen Etappen des Entstehungsprozesses live mitverfolgen und natürlich haben wir auch wieder ein paar Souvenirs eingekauft. 

 

Für mich (Heidi) stand am nächsten Tag ein ausgiebiger Stadtbummel mit vielen Tempelbesuchen auf dem Programm. Hier und da gabs auch mal eine Käffchenpause oder eine kleine Shoppingrunde. Am Tag darauf hatte ich den ersten (aber sicherlich nicht letzten) Yoga-Unterricht meines Lebens. Ganz schön anstrengend - für den Körper, aber auch für den Kopf, war ja alles auf Englisch. 

 

Ich (Marco) machte am ersten Tag eine Mountainbiketour. Die Anstrengung hielt sich dabei aber in Grenzen. Wir und die Fahrraeder wurden per Kleinbus auf 1200m gebracht und von da aus rauschten wir 4 Stunden lang mit ca. 40km/h den Berg hinunter nach Chiang Mai. Zwischendurch stoppten wir ab und an, liefen durch verschlafene Doerfer und sahen Marihuana- und Opiumfelder :-).

Am naechsten Tag hatte ich eine Waterraftingtour gebucht. Kann ich nur jedem empfehlen, macht riessig Spass. Hinten im Boot sass ein muskelbepackter Steuermann, der uns Mitfahrern staendig Anweisungen zurief. Manchmal mussten wir uns alle in die Mitte des Bootes werfen (wir sassen normalerweise auf dem Aussenring), da wir sonst an hohen Steinen entlanggeschrammt waeren. Oder wir fuhren unerwartet auf im Wasser liegende Steine auf, wodurch wir fast nach vorn aus dem Boot herauspurzelten. Einmal waren die Turbulenzen so heftig, dass ich eine Rueckwaertsrolle aus dem Boot machte und ins Wasser fiel. Zur Belustigung aller anderen Teilnehmer. Dank Helm passierte mir aber nichts ausser ein paar Kratzern am Bein...aber hey...no risk - no fun! :-)

 

Nach den unterschiedlichen Unternehmungen der Vortage stand nun mal wieder eine gemeinsame auf dem Programm: ein Ausflug in den Elephant Nature Park. Nach einer 90minütigen Autofahrt inklusive informativer Filmvorführung kamen wir an. Der Park liegt mitten im Urwald. Hier leben momentan 35 Elefanten, die größtenteils gerettet wurden (ein paar von ihnen wurden jedoch auch hier im Park geboren). Die Gründerin des Parks "Lek" hat 1995 damit begonnen, einzelne Elefanten zu retten und zu pflegen. Nach und nach wurde daraus der Elephant Nature Park. In Thailand werden Elefanten weniger als bedrohte Tierart angesehen, sondern vielmehr als Nutztiere. Früher wurden sie v.a. für den Transport von Bäumen bei der Abholzung eingesetzt. Seitdem der Waldrodung jedoch per Gesetz ein Ende gemacht wurde, müssen die meisten Elefanten dafür herhalten, Touristen auf ihrem Rücken durch die Gegend zu tragen. In manchen Gegenden Bangkoks und Chiang Mais gehen Einheimische mit "ihrem" Elefanten in Touristengebieten spazieren und verkaufen Obst an Touristen, mit dem diese dann den Elefanten füttern sollen. Und direkt daneben brausen die lauten Autos und Roller vorbei. Im Elephant Nature Park haben wir Elefanten gesehen, deren Rücken gebrochen war vom zu vielen Touristentragen oder deren Augen blind waren vom zu vielen mit-Blitz-fotografiert-worden-sein und viele andere traurige Schicksale. Im Park können sie sich frei bewegen, im Fluss baden und im Schlammloch ihren Sonnen- und Insektenschutz erneuern. Und genug zu futtern gibts auch. Das Füttern dürfen dann die Touristen übernehmen, also in diesem Fall wir. Wir haben einen der blinden Elefanten gefüttert. Dazu musste man ihn erst am Rüssel berühren, damit er merkt, dass man da ist und etwas für ihn hat. Dann hat er vorsichtig getastet und sich mit dem Rüssel das Obst genommen, das man ihm hingehalten hat. Verrückt, wie sich so ein Elefantenrüssel anfühlt. Generell ist die Haut so viel weicher, als man es annehmen würde. Wir sind dann mit unserer kleinen Gruppe und unserem Guide ein wenig durch den Park spaziert, wobei uns immer wieder Elefanten entgegen kamen. Der Guide informierte uns über Name, Alter und Schicksal eines jeden Elefanten und manche durften wir auch streicheln. Das Highlight war jedoch die kleine "Dok Mai", das im April geborene Elefantenbaby. Stets umrahmt und gut beschützt von ihrer Familie war sie unterwegs. Manchmal wollte sie jedoch aus der Mitte des Elefantenkreises heraus und ist einfach losgedüst. Dann hieß es für uns schnell in Sicherheit bringen und Abstand halten, denn die großen Elefanten haben einen enormen Beschützerinstinkt. Da sollte man besser nicht im Weg herum stehen. Eine Erfrischung im Fluss gab es dann auch noch, sowohl für uns als auch für die Elefanten. Wir bekamen einen Eimer und die Aufgabe, den Elefanten von all dem Staub und getrockneten Schlamm auf seinem Rücken zu befreien. Ich weiß nicht, wer am Ende mehr Wasser abbekommen hat, der Elefant oder wir. Aber Spaß gemacht hat es wohl allen. Kaum im Trockenen, wurde der Rücken allerdings gleich wieder via Rüssel mit Erde besprüht. Kurze Sauberkeitsphase also, aber Sonnen- und Insektenschutz muss sein. Einen weiteren Informationsfilm gab es auch noch über das schreckliche Ritual, mit dem die Thais sich bis heute junge Elefanten "gefügig" und damit zum Arbeitstier machen. Eine schlimme Sache, die ich hier jetzt nicht genauer ausführen möchte ehrlichgesagt. Da kann man nur hoffen, dass sich möglichst bald was ändert an der Gesetzeslage und v.a. an der Denkweise der Menschen. Wir waren auf jeden Fall begeistert von den Eles und von dem Park. Klar wird hier auch mit den Touristen "Geld gemacht", aber statt Tierquälerei gibts hier Tierpflege und Information und das Geld kommt den Elefanten zugute.

Von Chiang Mai flogen wir wieder nach Bangkok und verbrachten die letzten 3 Reisetage mit Tempel anschauen (den wahrhscheinlich 378964ten innerhalb der letzten 8 Wochen) und shoppen, shoppen, shoppen. Klamottentechnisch sind wir jetzt fuer die naechsten Jahre ausgestattet, soviel steht fest! Nun kanns nach Haus gehen! In ein paar Stunden geht unser Flug.

 


Es heisst also Abschied nehmen. Von Bangkok, von Thailand, von Südostasien, vom Reisen und von unserem 9monatigen Abenteuer. Einerseits sind wir traurig, dass diese einmalige Zeit nun vorbei ist. Andererseits freuen wir uns schon auf daheim und darauf, euch alle wiederzusehen.

Wir sind dankbar für die Zeit, für die Erlebnisse, für die Menschen die wir kennenlernen durften, für die Erfahrungen die wir gemacht haben, für all die wundervollen Orte an denen wir waren. Schön war's! 

Liebe Grüße und bis bald schon! 

Heidi + Marco.

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Kommentare: 1
  • #1

    jens (ich) (Donnerstag, 18 Juli 2013 19:16)

    da bin ich mal gespannt, wie deine rückreise verläuft.
    einerseits schade, daß du deinen trip beenden mußt.
    anderseits freu ich mich schon auf dich und deine geschichten.

    bis dahin,

    jens